„Mit den Helden vieler Melodramen teilen Wongs Protagonisten die Situation der Bedrohung. Die Komposition des Films greift auf entsprechende Genres- und Erzählstereotype zurück. Eine gängige Spielart des Melodrams ist dafür bekannt, dass sie emotionale Konflikte als Grundmotiv für seine Handlungen wählt, darunter unlösbare, welche für die Protagonisten – meist solche weiblichen Geschlechts – zu einem traurigen Ende führen. In der Tat erzählt der Film einen Konfliktstoff solcher Art, worin die Opfer eines schmerzvollen Treuebruchs bewusst Verzicht auf eine glückhafte neue Liebe üben. Erzählkonventionen des Melodrams werden allerdings durch solche der Parabel gebrochen, welche das Geschehen auf eine Idee oder Maxime zu beziehen sucht, in diesem Falle auf ein Selbstbild, das nicht von den gängigen Lebensprinzipien der Umgebung kontaminiert ist. „Wir werden nicht so wie die!“ ist die Maxime der Protagonisten. Melodram und Parabel erzeugen so ein Hybridgenre mit divergenten Erzählerwartungen und ebenso divergenten emotiven Impulsen. Bei aller Spannung, wie die Geschichte ausgehen wird, kommen jedoch vor allem die Erwartungen des Melodrams zum Tragen, die das Motiv der unglücklichen Liebe zur Dominanz bringen, wobei der formidable Soundtrack das Seinige tut.“ (Wuss, 2020)

In einem Vortrag sagte Peter Wuss: „Die Kritik hat diesen Film zwar als ein grandioses Mysterium gefeiert, jedoch erstaunlich wenig über seine narrative Struktur und ihre Wirkung gesagt.“ Das nächste Projekt, das ich mir vorgenommen habe, ist, diesem Mysterium auf die Spur zu kommen…

 

Angegebene Literatur:
Wuss, P. (2020). Künstlerische Verfahren des Films aus psychologischer Sicht: Zum Wirkungspotenzial des Spielfilms. Wiesbaden: Springer VS.

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